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Ausstellung
nora chipaumire
afternow
20. August - 8. Oktober 2021

nora chipaumires wegweisende Auseinandersetzung mit Bewegung geht über die formalistische Ebene hinaus: Die renommierte Künstlerin bezeichnet Tanz als eine „animistische Technologie“, ein Mittel zur Entdeckung der Empfindsamkeit des physischen Körpers. Mit ihrer jahrzehntelangen Praxis als Choreografin und der eigenen Erfahrung als Zeitzeugin der Unabhängigkeit von Rhodesien - heute Zimbabwe - verfolgt Chipaumire das Ziel, über eine Diagnose des kolonialen Körpers hinauszugehen und stattdessen eine „Prognose“ oder ein Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Chipaumires Praxis fordert kompromisslos Gerechtigkeit und Freiheit, angetrieben von ihrem Wunsch nach neuen Formen der Weltgestaltung.

Von August bis Oktober 2021 findet bei Callie’s die erste Einzelausstellung von nora chipaumire statt. afternow wird durch den Geist von Nehanda, einer globalen Pandemie und „dem Wunsch, White Cubes, Black Boxes, große Opern, offene Plätze, Clubs, digitale Autobahnen und Stadien zu besetzen“, herausgefordert. Als Antwort auf die drängendste Frage unserer Zeit—Was nun?—sammelt die Ausstellung die Artefakte vergangener Werke und widersetzt sich der Vergänglichkeit von Live-Events, indem sie den Überresten von „unterdurchschnittlichen Werken“ erlaubt, abermals Lebendigkeit zu stimulieren und zu bewirken.

Das Herzstück der Ausstellung ist soundshitsystem, ein monumentales Lautsprechersystem, das von Ari Marcopoulos und Kara Walker entworfen und von Matt Jackson Studio realisiert wurde. soundshitsystem, welches chipaumire häufig bei Live-Performances für das Triptychon #PUNK 100%POP *N!GGA verwendet, gibt bei Callie’s NEHANDA wieder, eine neue Radiooper, die chipaumire während ihrer Residency bei Callie’s im Winter 2020-2021 geschrieben und produziert hat.

Die Protagonistin der Radiooper und Ausstellung ist Nehanda, ein Geist, der von dem in Zimbabwe und Zentralmosambik beheimateten Volk der Shona verehrt wird. Im späten 19. Jahrhundert war Nehandas Medium Charwe Nyakasikana, eine Revolutionsführerin, die in den 1890er Jahren Aufstände gegen die britische Kolonialmacht anführte. Nach ihrer Gefangennahme wurde sie brutal hingerichtet. Die Installation enthält architektonische Elemente, die sich auf das Reisen und die Vergänglichkeit mündlicher Erzählungen beziehen.

„Long distances are the way of now“ („Lange Distanzen sind der Weg der Zeit“), sagt chipaumire in der ersten Episode von NEHANDA und ruft zu einer Wiederbelebung von Radioopern und Hörspielen als Medium auf. NEHANDA beginnt mit einem Donnerklang und bewegt sich zwischen formellen Szenarien, Gerichtssälen, Gesang und Feiern von „Schwerelosigkeit und Auftrieb.“ Die Oper setzt sich konsequent dafür ein, traditionelle Archive zu hinterfragen und aufzubrechen, um neue Mythologien und Möglichkeiten zu schaffen. Jede Episode, die zwischen 8 und 50 Minuten lang ist, befasst sich mit dem Verhältnis zwischen Geschichte, Kunst, Befreiung und deren Erzählung.

NEHANDA wird freitags und samstags von 14:00 bis 18:00 Uhr gezeigt. Die Radiooper hat eine Laufzeit von über vier Stunden; angemeldete Besucher:innen können die Installation während der gesamten Operndauer von 14:00 bis 18:00 Uhr betreten. Um die Ausstellung zu besuchen registriere dich bitte vorab online; kurzfristige Anmeldungen vor Ort sind ebenfalls möglich. Der Eintritt ist kostenlos.

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