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Ausstellung
Shuang Li
Exit Wound
12. September - 18. Oktober 2020

In Shuang Lis kritischer Praxis überlagern und überschneiden sich mehrere antagonistische Punkte. Mit einem Hintergrund in Literatur- und Medienwissenschaften liegt der Ausgangspunkt ihrer Arbeiten in der Schreibpraxis begründet. Li schöpft aus einer Vielzahl von Quellen, darunter persönlichen Erfahrungen, Anekdoten und Online-Messageboards und komponiert daraus Erzählungen, die in ihren Videoinstallationen zum Leben erwachen. So auch in ihrer Einzelausstellung Exit Wound.

Das Gedicht streift Themen, die in Shuang Lis Praxis immer wieder vorkommen, etwa die Bevölkerungsplanung in China und die Omnipräsenz staatlich sanktionierter Abtreibung. Die Verletzlichkeit weiblicher Reproduktivität ist eine konsequente Linie, die sich auch in Lis skulpturalen Werken nachzeichnen lässt: dort verarbeitet sie häufig Kinderzubehör, wie etwa Halloween-Kostümen. Li bedient sich zahlreichen Symboliken des Konfessionalismus, einschließlich des Melodramas, um die Auswirkungen allgegenwärtiger, struktureller Gewalt zu betonen. Wie in einer der ersten Zeilen des Gedichts angedeutet, ist „Exit Wound“ außerdem eine düstere Reflexion der Umstände, die den unvorhergesehenen Aufenthalt der Künstlerin in Europa nach dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie diktierten.

Die übrigen Werke der Ausstellung zeugen, im Sinne skulpturaler und ortsspezifischer Interventionen, vom intuitiven Prozess der Künstlerin. Die Fenster sind durch schwere Textilien mit ornamentalen Ausschnitten verhangen, die eine kraftvolle Symbolik suggerieren. Li entwickelt ihre Praxis konsequent weiter, von Performance über Video bis hin zu Installation, um das Medium zu erschließen, mit welchem sich am besten über eine jeweilige Fragestellung sprechen lässt.

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