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Frieda Toranzo Jaeger
Geboren 1988 in Mexiko-Stadt, Mexiko; lebt und arbeitet in Mexiko-Stadt.

Frieda Toranzo Jaeger, mit einem MFA der Hochschule für Bildende Künste (HFBK) in Hamburg, setzt Malerei ein, um Ideen von Hybridität, Sexualität und Autonomie zu erforschen. Bedenken hinsichtlich Technik und Virtuosität ablehnend, ist Toranzo Jaegers Interesse an Malerei sowohl konzeptuell als auch politisch. Ihre jüngsten Arbeiten stützen sich auf die technologischen Fortschritte des Automobils, ein, aus historischer Sicht, Symbol für alltägliche Entfremdung, Geschwindigkeit und Gewalt. Das Interesse der Künstlerin an Maschinen begann beim Schreiben ihrer Abschlussarbeit in postkolonialer Theorie; im Laufe dieses Prozesses erkannte sie, dass das Elektroauto – anders als sein gasbetriebenes Pendant – im Wesentlichen weiblich ist. Im Zusammenhang mit den spätkapitalistischen Phantasien von technologischer Emanzipation schien das fahrerlose Auto die unmögliche Koppelung sozialistischer Utopie-Fantasien in einem kapitalistischen Gefüge zu verkörpern.

In ihrer 2019 in der Galerie Barbara Weiss gezeigten Einzelausstellung Deep Adaptation zeigte Toranzo Jaeger 12 Ölgemälde, die Elektroautos aus verschiedenen Blickwinkeln präsentierten – etwa von oben oder durch eine in den Innenraum geleitete Perspektive. Das Sujet war eng mit dem Raum und den Proportionen des menschlichen Körpers verbunden. Während diese Interieurs wie Fieberträume eines geschmeidigen, technischen Fortschritts erschienen, stammten alle Modelle aus bereits existierenden oder sich derzeit in Entwicklung befindlichen Maschinen. Durch die Verwendung von aufklappbaren und faltbaren Leinwänden, die sich nach außen bewegen lassen, öffnen und schließen sich viele der Gemälde nicht anders als die Fahrzeuge selbst. Einige der Gemälde zeigen darüber hinaus Motive, die mit traditionellen, indigenen Techniken aus Mexiko direkt auf die Leinwand gestickt sind. Die Stickereien werden von der Mutter der Künstlerin und einigen Frauen aus deren Umfeld in Mexiko produziert. Für Toranzo Jaeger ist Stickerei „ein Akt des erkenntnistheoretischen Ungehorsams gegen die Malerei“.

Während ihrer Zeit bei Callie’s 2019 schuf Toranzo Jaeger eine Installation sowie die begleitende Performance … And yet we are becoming für das KW Institute for Contemporary Art. Trotz ihrer Erfahrung mit improvisierten Solo-Performances und Lesungen war dies ihr erster offizieller Auftrag für eine Performance. Die Installation bestand aus einem großen dreidimensionalen Kunstwerk, das sowohl Malerei als auch Skulptur und Bühnenbild war. Die Flügel des Gemäldes, welche die Körper der Performenden selbst enthielten, erinnerten nach ihrem Öffnen an die Tragflächen eines futuristischen Fahrzeugs, aus dem die Darsteller:innen zu einem von der Künstlerin verfassten Gedicht hervortraten.

Toranzo Jaeger bereitet derzeit eine Einzelausstellung für das Baltimore Museum of Art im Jahr 2021 vor.

Frieda Toranzo Jaeger wurde 1989 in Mexiko-Stadt geboren. Nach einem BA in Bildender Kunst an der Hochschule für Bildende Künste (HFBK) in Hamburg absolvierte Toranzo Jaeger einen MFA an derselben Institution. Zu den jüngsten Einzelausstellungen gehören (demnächst) Baltimore Museum of Art, Baltimore, MD, US (2021); Fantasies of Autonomy, Arcadia Missa, London, UK (2019); Deep Adaptation, Galerie Barbara Weiss, Berlin, DE (2019); Autofelatio, High Art, Paris, FR (2018); und Die Windschutzscheibe, Reena Spaulings, New York, USA (2018). Zu den jüngsten Gruppenausstellungen gehören Human Resources, Los Angeles, CA, USA (2020); The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue, FRAC Lorraine, Metz, FR (2020); Touring im Baltic Art Centre, Gateshead, UK (2020); California Winter, Kristina Kite Gallery, Los Angeles, USA (2019); The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue, KW, Berlin, DE (2019); Paint, also known as blood, MoMA, Warschau, PL (2019); Die Marmory Show, Deborah Schamoni, München, DE (2019); und City Prince/sses, Palais de Tokyo, Paris, FR (2019). Toranzo Jaeger ist Preisträgerin des HISCOX-Kunstpreises 2016.