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Adam Linder
Geboren 1983 in Sydney, Australien; lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles.

Adam Linder arbeitet mit Choreographie in verschiedenen Formaten; seine Werke werden oft auf der Bühne oder in Ausstellungsräumen präsentiert. Linder konzentriert sich in seiner künstlerischen Praxis auf die Besonderheiten von Tanz und die Beziehung des Mediums zu Wertvorstellungen, Begehren, Technologie und kollektiver Psyche. Im Alter von fünfzehn Jahren wurde Linder von der Royal Ballet School in London gescoutet und verließ Australien, um eine Karriere als Tänzer zu verfolgen. Linders frühe, rigorose Ausbildung festigte sich später während der prägenden Jahre, die er mit der Michael Clark Company und Meg Stuarts Damaged Goods verbrachte. In dieser Zeit entwickelte er die kritischen und experimentellen Stränge, die seine choreografische Arbeit heute prägen.

Internationale Anerkennung erlangte Linder mit seinen Choreographic Services (2013 bis heute), einer Reihe von performativen Arbeiten, die auf Stundenbasis gemietet werden können. Im ersten Service, Some Cleaning (2013), choreographierte Linder die Gesten des Saubermachens und verwandelte alltägliche Handlungen in eine Reihe von Bewegungen, die dadurch eigenständige formale Bedeutung erlangten. Die Möglichkeit des Mietens der Choreographic Services hinterfragt, wie wir Leistung monetarisieren und welche Arten von Arbeit wir als wertvoll und sinnvoll erachten. Auf diese Weise stellt der Künstler sein eigenes Verständnis der besonderen Beziehung zwischen Körper und Choreographie in Frage: „Choreographie als ein Objekt zu behandeln, das man kaufen, besitzen und weiterverkaufen kann… steht für mich im Gegensatz zu einer Idee von Choreographie, bei der die Aktivität, das Wissen, wirklich dem Körper innewohnt“.

Während seiner Residency bei Callie’s von Juni bis Dezember 2018 entwickelte Linder seine erste Oper, The WANT, die im HAU ihre Premiere feierte und anschließend international auf Tournee ging. Inspiriert von Bernard-Marie Koltès’ Stück Quai West – In der Einsamkeit der Baumwollfelder (1985), kreist The WANT um einen Austausch zwischen Kund:innen und Händler:innen. Von Ethan Braun komponiert, vom Künstler Shahryar Nashat inszeniert und nach einem Libretto von Adam Linder und Sarah Lehrer-Graiwer umgesetzt, betrachtet das Stück Begehren und die Art und Weise, wie dieses uns sowohl belebt als auch entfremdet. Während die vier Darsteller:innen zwischen kämpferischen und intimen Rollen oszillieren, spekuliert die Oper über unsere Fähigkeit, uns selbst zu erkennen, geschweige denn jemand anderen. Nach The WANT kehrte Linder 2019 zu Callie’s zurück, um She Clockwork zu entwickeln, das im selben Jahr in Venedig bei der Victoria Art Foundation uraufgeführt wurde. Zuletzt präsentierte Linder eine Auftragsproduktion für sechs Tänzer:innen, Shelf Life (2020), am Museum of Modern Art in New York.

Adam Linder wurde 1983 in Sydney, Australien, geboren. Er ist ein Choreograf und Tänzer, der in Berlin und Los Angeles lebt und arbeitet. Seine Choreographien werden auf der Bühne und in Ausstellungsräumen präsentiert. Linder weitet seine choreographischen Werke auf verschiedene Formate aus: von Text und Kostüm über Dienstleistung bis hin zur Oper. FULL SERVICE, eine Übersicht der Choreographic Services 1-5, wurde im September 2018 vom CCA Wattis Institute San Francisco präsentiert. Im Februar 2019 reiste FULL SERVICE an das Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean. Lindner präsentierte jüngst Einzel- und Zwei-Personen-Ausstellungen im Museum of Modern Art (2020), in der South London Gallery (2018), der Kunsthalle Basel (2017), dem Schinkel-Pavillon, Berlin (2016) sowie dem Institute of Contemporary Arts, London (2015). Seine Werke wurden von Institutionen wie HAU Hebbel am Ufer, Berlin; dem Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto; Kampnagel, Hamburg; Sadler’s Wells, London; 356 Mission, Los Angeles; und der National Gallery of Victoria, Melbourne, in Kommission gegeben, präsentiert oder „angemietet“. Linder nahm an der 20. Biennale von Sydney (2016), der Liverpool Biennale (2016) sowie an Made in LA (2016) am Hammer Museum, Los Angeles, teil, wofür er mit dem Mohn-Preis für künstlerische Exzellenz ausgezeichnet wurde. Im Rahmen dieses Preises wurde eine Monografie mit Schwerpunkt auf seinen Bühnenwerk Who Is Surfing Who veröffentlicht.