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Keti Ortoidze
Geboren 1987 in Tiflis, Georgien; lebt und arbeitet in Berlin.

Keti Ortoidze erforscht in ihrer künstlerischen Arbeit, welche vorwiegend die Bereiche Skulptur und Videoinstallation umfasst, Dynamiken zwischen Machtstrukturen und individuellem Handeln.

Das jüngste Projekt ON EFFORT AND LETTING GO (2019) ist eine Mehrkanal-Filminstallation, die in der georgischen Kurstadt Tskaltubo gedreht wurde. Der Film fängt verschiedene Szenen aus dem Badehaus ein: eine Gruppe von Badenden schwimmt im Gleichklang; eine junge Frau erhält eine Wassermassage, während das Summen des unter Druck stehenden Wasserstrahls durch den Marmorraum hallt. Das Werk stellt die Indoktrination des Wohlbefindens innerhalb sozialistischer und kapitalistischer Gesellschaften in Frage.

Während ihres Aufenthaltes bei Callie’s schuf Ortiodze eine neue Serie von Skulpturen, die das Werk von Eileen Gray (1878-1976) durch das Zitieren von Fragmenten ihrer Entwürfe neu interpretiert. Dabei bezieht sich Ortoidze nicht nur auf die formale Qualitäten von Grays Entwürfen, sondern beruft sich auch auf die symbolische Kraft der berühmten Designerin, die von einer von Männern dominierten Industrie an den Rand gedrängt wurde. Objekte, die Bezüge zu Grays Non Conformist Chair und einen weniger bekannten Nachttisch-Entwurf herstellen, werden neu konzipiert und neben aus Kunstharz gegossenen Elementen präsentiert, die die Form historischer Badeschuhe aufgreifen. Sie beherbergen in ihrem Inneren ausrangierte Materialien: gefundenen Stoff, einen Dartpfeil. Die Installation reflektiert die Komplexität sozialer Hierarchien und die Aufteilung von Macht. Die wiederkehrenden Elemente – die Armlehne, der Nachttisch, die Bade-Clogs und der Wurfpfeil – tragen weiterhin zu einer Verwirrung der Beziehung zwischen Arbeit und Luxus bei.

Im September 2020 eröffnete die Atelierpräsentation so care-fully von Ortoidze bei Callie’s mit neuen skulpturalen Arbeiten.

Keti Ortoidze wurde 1987 in Tiflis, Georgien, geboren. Sie studierte Fotografie an der Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam, und schloss ihren MA in Bildender Kunst in der Klasse von Josephine Pryde an der Universität der Künste (UdK) in Berlin ab. Zu den bevorstehenden Ausstellungen von Ortoidze gehören The Tail, Brüssel (2021) sowie eine Präsentation im Kunstverein Tiergarten Berlin im Rahmen des Preises des Präsidenten für Bildende Kunst an der UdK (2020). Ortoidze lebt und arbeitet in Berlin.